Familytrouble – Queer families in Deutschland

4. Februar 2008

EMRK bestätigt Adoptionsrecht von Lesben und Schwulen

Gespeichert unter: Adoption, LSVD, Presserklärung, Recht — Katrin @ 11:44

Danilo hat mich auf folgende Mitteilung der Pressestelle des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) hingewiesen. Der LSVD informiert über das aktuelle Urteil des Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), danach wurde „Frankreich zur Zahlung eines Schmerzensgelds verurteilt, weil die zuständigen Behörden den Adoptionsantrag einer lesbischen Lehrerin abgelehnt hatten.“ Das Urteil besagt gemäß LSVD weiterhin: „dass alle Gesetze und Regelungen, die die Genehmigung einer Adoption aufgrund der homosexuellen Orientierung der Adoptionswilligen ablehnen, gegen den Art. 14 Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verstoßen.“

Plakataktion für Regenbogenfamilien: „Familie ist, wo Kinder sind!“

Am 01.02.2008 startete die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales Heidi Knake-Werner in Zusammenarbeit mit dem Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg e.V. eine neue Plakataktion, die bereits am 07.05.2007 angekündigt wurde.

Das Motto der Aktion lautet: „Familie ist, wo Kinder sind!“. Und hat das Ziel „für Probleme und Benachteiligungen so genannter „Regenbogenfamilien“ zu sensibilisieren“ (LSVD Berlin-Brandenburg)

Außerdem wurde die neu erschienene Broschüre „Familie ist, wo Kinder sind – Ratgeber für Regenbogenfamilien in Berlin“ vorgestellt. Der Ratgeber ist beim Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. in der Kleiststraße 36, 10787 Berlin-Schöneberg erhältlich. Telefon: 030 22502218 oder per E-Mail unter familie-berlin@lsvd.de erhältlich

7. Dezember 2007

Nachtrag zur Ausstellung: Neue Familienportraits

Gespeichert unter: Artikel, Ausstellung, Familie, Netzwerk, Zeitschrift, Öffentlichkeitsarbeit — Katrin @ 10:13

Die aktuelle Aussgabe (12/2007) der Siegessäule, das queere Stadtmagazin in Berlin, stellt in ihrer Titelgeschichte die von Verena Jaekel portraitierten vier lesbischwulen Familien näher vor.

Zum Abschluss gibt es zum Theme lesbischwuler Familien noch Literaturtipps und Informatione über Adoption, Insemination, Pflegschaft etc.

1. November 2007

Expose – Erkenntnisinteresse von Katrin

Für das Kolloquium zu methodischen und theoretischen Problemen bei der Abfassung von Abschlussarbeiten (WS 07/08 bei den Gender Studies an der Humbuldt-Universität zu Berlin, organisiert von Susanne Baer, Christine Bauhardt und Antje Honrscheidt) habe ich folgendes Expose eingereicht:

In meiner Abschlussarbeit möchte ich Antworten auf die Frage: „Wie lässt sich queer family in Deutschland leben und denken?“ finden.

Ausgehend von einer heteronormativen Gesellschaft (deren heteronormative Familienkonstruktionen noch genau herauszuarbeiten sind) in der lesbisch-schwule Eltern weiterhin diskriminiert werden, stellt sich mir die Frage: Inwieweit es lesbisch-schwulen Eltern tatsächlich möglich ist, alternative Lebensmodelle zu entwickeln?

Grenzen für weitreichende alternative Lebenskonzepte sehe ich im Moment unter anderem in der aktuellen Gesetzeslage zur Insemination, Co-Elternschaft und Adoption (vgl. Sawatzki 2004:79-91).

Oder braucht es, Engel (2003:40) folgend, überhaupt „dieses [Familienk]onzept, um queere Formen verantwortlichen Zusammenlebens mit Kindern zu entwerfen?“ Im Rahmen der Queer-Theory wird „Heterosexualität analytisch als ein Machtregime rekonstruiert“ (Hark 2005:285), dabei wird auch der strukturelle Einfluss auf gesellschaftliche Institutionen wie Familie und Verwandtschaft verdeutlicht (vgl. Hark 2005:285). Welche Ansatzpunkte bietet also die Queer-Theory für die Entwicklung alternativer Lebenskonzepte?

Nach Hark (vgl. 2005:285f.) sollen in der queeren politischen Praxis Identitätskonzepte kritisch hinterfragt werden, um auf diesem Wege Normalisierungstendenzen entgegenzuwirken. So muss die Akzeptanz der Differenz kritisiert werden, wenn sie nur über den Weg der Normalisierung möglich ist, also dass „es akzeptabel [ist], wenn der Nachbar schwul ist – wenn er sich bzw. weil er sich so benimmt wie alle.“ (Wegener 2005:62f.). Für den us-amerikanischen Raum zeigt Koch-Rhein (vgl. 2003:75) in ihrem Aufsatz, dass sich die alternativen lesBiSchwulQueeren Wahlfamilien mit realisiertem Kinderwunsch durchaus der Konstruktion der, angeblich biologischen, Kernfamilie annährten. Deshalb möchte ich abschließend anhand der veröffentlichten Publikationen des LSVD analysieren,[1] mit welchen familienpolitischen Positionen und zu welchem Preis versucht wird, Einfluss auf die dominante heterosexuelle Gesellschaft zu nehmen.

 

Genannte Literatur:

Engel, Antke (2003): Sandkästenträume –Queer/Feministische Gedanken zur Verwandtschaft und Familie. In: Femina Politica – Zeitschrift für feministische Politik-Wissenschaft. Berlin. S. 36-46.

Hark, Sabine (2005): Queer Studies. In: Braun, Christina von; Stephan, Inge (Hrsg.) Gender@Wissen. Ein Handbuch der Gender-Theorien. Köln, Weimar, Wien: Bölau Verlag. S. 285-304.

Koch-Rein, Anne (2003): „Ungewöhnliche Herrenclubs“und andere Bilderbuchfamilien – Gedanken über lesbiSchwulQueere (Wahl-)Verwandschaft. In: Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (Hrsg.): Bulletin Nr. 26 Texte. Warum noch Familie? Berlin S. 71-81.

Sawatzki, Birgit (2004): Que(e)r zur Familie. Lebensentwürfe lesbischer Mütter. Marburg.

Wegener, Angela (2005): Regenbogenfamilien. Lesbische und schwule Elternschaft zwischen Heteronormativität und Anerkennung als Familienform. In: Feministische Studien. Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung. Jahrgang 23, Nr. 1. S. 53-67.


[1] Der LSVD, Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, ist einer der wichtigsten Verbände, der sich seit 2002 mit dem Projekt „Regenbogenfamilien“ für die Verbesserung der persönlichen, gesellschaftlichen und rechtlichen Situation von Regenbogenfamilien einsetzt. Vgl. LSVD: Projekt Regenbogenfamilie. Einsicht im Internet (zuletzt 23.10.2007, 18:10 UHR): http://typo3.lsvd.de/714.0.html.

31. Oktober 2007

Filmpremiere: Forever und immer wieder neu: 10 Jahre Gender Studies

Gespeichert unter: Film, Konferenz, Premierenabend, Vorführung, download, gender, gender studies — Katrin @ 9:00

Ja richtig, schon wieder eine Filmpremiere.

Ja auch richtig, eigentlich wollen wir unsere Magistraarbeit schreiben und unseren Forschungsprojekt hier dokumentieren.

Aber es läuft eben immer anders als eine denkt und ein 10-jähriges Jubiläum der Gender Studies an der Humboldt Universität zu Berlin gibt es ja auch nicht alle Tage. Deshalb haben wir zusammen mit Mirjam Mirwald und Danilo Vetter die letzten Wochen mal wieder hinter der Kamera und im Schnittraum verbracht. Am 25.10.2007 konnten wir auf der Tagung : Impuls-Innovation-Intervention: Gender Studies im Visier. unseren filmischen Blumenstrauß für das Geburtstagskind „Gender Studies“ präsentieren:

Wir begleiteten Nele E. von Barany und Leonie M. Mirwald bei Ihrer Entdeckungsreise der Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die beiden zukünftigen Student_innen gehen in sieben Interviews mit Studierende und Lehrende der Frage nach, was „Gender Studies“ bzw. „Gender“ sein kann.

Fotoschnappschüsse zum Film sind bei sevenload bei nachfolgendem link zu finden: sevenload.

Und der Film steht nun dank Mari*us und dem Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) zum Download zur Verfügung:

Bezüglich der Filmqualität möchte ich die technischen Hinweise von Danilo weiterleiten:

die qualität des films sollte bei diesen formaten etwas besser sein, als bei den bisher im internet zur verfügung stehenden versionen (sevenload und google-video). zum abspielen der ogg-datei könnt ihr zum beispiel den vlc-player benutzen, der zum freien download zur verfügung steht. weitere informationen zum film findet ihr hier. der film steht unter Creative Commons Attribution-Noncommercial – Share Alike 2.0 zur verfügung. Zukünftig planen wir, den Film auch auf DVD zur Verfügung zu stellen.

Über Rückmeldungen zum Film freuen wir uns auch.

2. Oktober 2007

Der Premierenabend-und wie er war…

Gespeichert unter: Film, Premierenabend, Vorführung — familytrouble @ 11:02

Nun liegt der Premiereabend schon wieder einen Monat zurück. Leider haben wir es auf Grund nachfolgender Termine und Arbeiten nicht füher geschafft, unsere Eindrücke aufzuschreiben. Sorry!

Nach schönen und intensiven vorbereitenden Tagen haben wir am 01.09. 2007 im Sonntagsclub unseren Film uraufgeführt.

Wir waren ganz erfreut über das große Interesse, denn sehr viele sind gekommen, um unseren Film zu sehen. Wir bedanken uns für die Geduld, denn leider mussten einige die ganze Zeit stehen.

Im Anschluss konnten in einer Diskussionsrunde, die von Vera (Mitarbeiter_in im SonntagsClub) moderiert wurde, Fragen an die Protagonistinnen und an uns Filmemacherinnen gestellt werden.

Der Besucher_innenandrang und die anschließende Diskussion machte uns deutlich, dass es einen großen Bedarf zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit diesem Thema gibt. Es geht dabei um die große Frage, wie kann Familie sich in unserer Gesellschaft konstruieren und organisieren. Welche Vorbilder existieren, woran orientieren sich die individuellen Wünsche, welche Probleme werden erwartet.

Da unser Film hauptsächlich zeigt, wie sich unsere Protagonist_innen ihre zukünftige Familie vorstellen, besteht das Interesse: wie werden die Wünsche und Träume wirklich in die Realität umgesetzt? Das heißt Teil 2 bis …? Wir fänden es sehr spannend, die vier weiterhin in ihrem Familienleben filmisch zu begleiten.

Im Anschluss konnten wir zu einer Feier bei Buffet (war fast vollständig vegan :-) ) und Musik von DJ Cecilia (HH) einladen und bis in den Morgen haben wir mit vielen Freund_innen, Bekannten, Interessierten und allen Menschen, die da waren, die Premiere des Films: „Ich denk für Sechs“ gefeiert.

Wir danken allen, die uns dabei geholfen haben, den Abend gemeinsam wunderschön zu erleben!!!

Hier einige Momente:

weitere Bilder findet ihr bei sevenload

21. August 2007

Wie fing alles?

Gespeichert unter: Film — familytrouble @ 5:37

Es wäre möglich, die Geschichte vor ca. einem Jahr im Tiergarten beginnen zu lassen:

Da saßen wir bei einem Picknick und redeten über alles, was uns so beschäftigt. Unter anderem, dass eine Freundin mit ihrer Partnerin plant, Kinder zu bekommen. Die möglichen Väter haben sie über eine Anzeige in der Siegessäule kennengelernt.

Für uns hörte sich das nach einem spannenden Projekt an, das wir gern filmisch begleiten wollten.

Nachdem die zukünftigen Väter auch zugestimmt haben, konnte es losgehen.

Wir besuchten an der Humboldt Uni das Filmseminar bei Christina von Braun, schrieben unsere Drehpläne, besuchten bei Marietta und Julia die Technikkurse für die Kamera und den Schnitt.

Am 10. Februar 2007 war unser erster Drehtag, im Spinnboden. Bis auf kleinere Probleme mit dem Kamerastativ hat auch alles gut geklappt. Nach 12 spannenden und interessanten Drehtagen hatten wir am 10. April 2007 nach userem letzten Dreh in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (Historische Sammlungen) dann alles im Kasten.

Nun begann das Sichten unseres Materials: 22 Kassten a 60 Minuten, am Schluss hatten wir eine 60-seitige Timcodeliste und einen guten Plan für den Rohschnitt. So gingen wir gut gewappnet am 01. Juni 2007 in den Schnittraum.

Nach dem wir auch hier die Anfangsschwierigkeiten beim Einrichten gemeistert hatten, schnippelten wir Tag für Tag. Nach vielen heißen Stunden im Schnittraum führten wir am 26. Juni 2007 unseren Protagonist_innen den Rohschnitt vor. Alle waren zufrieden! Dieser Zwischenerfolg motivierte uns für den Feinschnitt und am 23. Juli konnten wir unseren fertigen Film endlich ausspielen und auf DVD brennen.

HURRA! An dieser Stelle wollen wir uns bei allen Helfer_innen bedanken, insbesondere bei: Julia, Marietta, Yvonne, Detlef und unserem Nachbarfilmteam: Danilo, Marius und Mirjam.

Wir freuen uns schon auf die Filmpremiere: ICH DENKE FÜR SECHS am 01. September 2007  im Sonnatgs-Club. Über die unkomplizierte Zusammenarbeit sind wir sehr dankbar.

Nachdem der Film, als ein Teil unserer Magistraarbeit, die von Christina von Braun und Antje Hornscheidt betreut wird, fertig ist, werden wir uns in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten mit unserer schriftlichen Arbeit zu dem Thema: „familytrouble – queer families in Deutschland“ beschäftigen. Über diesen Prozess wollen wir hier auch berichten.

20. August 2007

Filmpremiere: ICH DENKE FÜR SECHS am 01.09.2007

Gespeichert unter: Dokument, Film, Termin, Vorführung — familytrouble @ 5:36

ICH DENKE FÜR SECHS

(Dokumentarfilm 2007, 39 min.)

Filmpremiere

am Samstag, den 01.09.2007 um 19:30 Uhr, im Sonntags-Club

(Greifenhagener Str. 28, Ecke Erich-Weinert-Str., Berlin Prenzlauer Berg)

Nach der Filmpremiere besteht die Möglichkeit, Fragen an die anwesenden Filmemacherinnen Rosalia Falcone und Katrin Rubel zu stellen. Danach freuen wir uns mit Euch die Weltpremiere bei Musik von DJ Cecilia (Hamburg) ausgiebig zu feiern. (Eintritt frei)

Fleyer_Filmpremiere

 

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